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Montag, 17. Juni 2013

Kündigung im Mobbingfall. So beugen Sie vor

Die meisten Mobbingfälle enden mit einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses! Wie kann man vorbeugen?

Die Anzahl der Mobbingfälle in deutschen Unternehmen ist hoch: Rund 1,5 Millionen Menschen sind jeden Tag im Berufsleben Mobbing ausgesetzt – eine Situation, die nicht nur das Arbeitsklima, sondern ganz besonders auch Psyche und Gesundheit der Betroffenen belastet. Betriebsratsmitglieder sind häufig die ersten Ansprechpartner, ein Arbeitsrecht Seminar oder ein Seminar zum Thema Mobbing ist daher empfehlenswert. Vor allem Betriebsratsvorsitzende sollten sich intensiv mit dieser Thematik beschäftigen, um im konkreten Fall Hilfe und Informationen bieten zu können.

Kündigung als letzter Ausweg?
In vielen Mobbingfällen wird innerhalb der Betriebe nicht nach den Ursachen gesucht. Die Folge: Die Betroffenen kündigen ihren Job, um dem Mobbing zu entgehen und in einem neuen beruflichen Umfeld ihren Weg fortzusetzen. Eine Kündigung wird von Mobbingopfern meist als der letzte Ausweg aus der Situation gesehen und als Niederlage empfunden. Ein geschulter Betriebsrat hätte in diesen Fällen eine Eskalation und die Kündigung verhindern können. In einer entsprechenden Fortbildung lernt ein Betriebsratsmitglied Möglichkeiten, Mobbingfälle frühzeitig zu erkennen und deeskalierende Handlungsweisen in diesen Fällen kennen. Zudem wird vermittelt, wie alle Beteiligten aus Mobbing-Vorfällen lernen und so das Betriebsklima verbessern können. Auch rechtliche Inhalte wie etwa Themen zum Betriebsverfassungsgesetz gehören zu den Inhalten der angebotenen Seminare.

Mobbing erkennen, Auswege erarbeiten
Ziel eines Seminars zum Thema Mobbing ist, in erster Linie Strukturen zu erkennen, die das Auftreten von Mobbingfällen begünstigen können und im Folgenden diese zu verhindern. Zudem qualifiziert die Teilnahme als direkter Ansprechpartner für Mobbing-Beteiligte im eigenen Unternehmen. Inhalt des Seminars ist aus diesem Grund auch immer das Thema “gruppendynamische Prozesse”. Häufig entwickelt sich Mobbing aus einer eher unbedeutenden Konfliktsituation heraus: Aus dem Streit mit einer einzigen Person entsteht eine Gruppendynamik, der gegenüber der Gemobbte machtlos ist. Eine mögliche Folge kann sein, dass der Betroffene in seiner Tätigkeit immer öfter Fehler macht und aufgrund dieser Fehler vom Vorgesetzten sanktioniert wird – Versetzung oder sogar Kündigung sind die Folge, doch der eigentliche Mobbing-Vorgang bleibt ohne Folgen. An dieser Stelle kann ein Betriebsratsmitglied aktiv werden, indem die Strukturen in den einzelnen Abteilungen erkannt und in Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten geändert wird.

Das Thema im Betrieb zur Sprache bringen
Nach einer erfolgreichen Teilnahme einer Schulung zum Thema Mobbing, sollten die Ergebnisse im Betrieb verbreitet und im Unternehmen zur Sprache gebracht werden. Schulungskozepte für Mitarbeiter ermöglichen es, zusätzlich für das Thema zu sensibilisieren und weitere Ansprechpartner zu etablieren.

Von Fällen aus der Praxis berichten
Im Rahmen eines entsprechenden Seminars besprechen die Teilnehmer Fälle aus der eigenen betrieblichen Praxis – eine weitere Möglichkeit, aus diesen Situationen zu lernen und weiteren Fällen vorzubeugen. Vor der kommenden Betriebsratswahl sollten man sich also über eine Seminarteilnahme informieren.

Kategorie: Arbeitnehmer

Freitag, 14. Dezember 2012

Freie Tage effizient nutzen

Unser Arbeitsalltag verlangt uns viel ab – egal, in welcher Branche oder welcher Position man tätig ist – die Anforderungen sind hoch und ziehen körperliche und psychische Belastungen mit sich. Gerade in unserer leistungsorientieren Gesellschaft heißt es häufig „Besser, schneller, weiter“, oder in anderen Worten „mehr, mehr mehr!“.

Durch die zunehmende Vernetzung und Multimedialisierung tragen wir häufig unsere Arbeit mit in unsere private Freizeit, checken schnell nochmal die Firmen-Mails auf dem I-Phone, Kommunizieren mit potentiellen Partnern auf sozialen Netzwerken und stehen dem Chef rund um die Uhr per Telefon zur Verfügung.

Um dauerhaft Leistungsfähig zu sein, ist es enorm wichtig, in regelmäßigen Abständen eine Auszeit zu nehmen. Hierzu muss man nicht unbedingt teure und lange Urlaube buchen. Für einen optimalen Ausgleich empfiehlt sich, neben dem etwas längeren Jahresurlaub die restlichen freien Tage gleichmäßig über das Jahr verteilt für kurze Breaks zu nutzen. Wichtig hierbei ist nicht unbedingt das „Wohin“ oder „Wie lange“, sondern eher die konsequente Distanzierung vom Arbeitsalltag. Man kann den Laptop und das Firmen-Handy getrost Zuhause lassen und selbst das private Handy kann mal ein paar Tage ausgeschaltet bleiben. So können Sie schon ein verlängertes Wochenende zu einer effektiven Erholungspause machen. Schön ist es, wenn man trotz knapper Zeit mal die gewohnte Umgebung verlässt und Neues erkundet. So eignen sich zum Beispiel Städtereisen in Deutschland wunderbar für eine Auszeit: Die Anfahrt ist meist sehr kurz, was Nerven und Zeit spart und trotzdem gibt es viel zu entdecken. Trotzdem sollten Sie Ihre Tagesplanung nicht zu straff füllen, sonst kann der entspannte Trip schnell zu einer stressigen Sightseeing-Tour werden. Nicht das „Abhaken“ aller Attraktionen sondern eher das „Erleben“ sollte im Vordergrund stehen. Inspiration und Informationen zu möglichen Städtetrips finden Sie hier.

Wer Anfahrten generell vermeiden möchte, kann auch die eigene Stadt neu entdecken. Gerade in heimischem Umfeld hat man vieles noch nicht gesehen, da es sich um „Touri-Sachen“ handelt. Wer hat zum Beispiel schon eine Nachtwächter-Wanderung in der Heimatstadt gemacht oder sich die Zeit genommen, die kleinen Museen anzuschauen?

Egal, wie die Planung der nächsten Wochen ist, sollte man versuchen bewusste Auszeiten einzubauen. Schon so kleine Unterbrechungen der Alltags-Routine schaffen neben schönen neuen Erlebnissen auch jede Menge neuer Kraftreserven.

Kategorie: Arbeitnehmer

Freitag, 2. November 2012

Stiftung Warentest bringt Klarheit beim Thema Berufsunfähigkeit

Bei der Entscheidung für die richtige Berufsunfähigkeitsversicherung hilft Stiftung Warentest mit einem jährlichen Anbietervergleich. Der Testsieger im Sommer 2011 war die Aachener und Münchner Versicherungsgruppe. Insgesamt wurden damals 52 Anbieter auf das Preis-Leistungs-Verhältnis hin untersucht. Die Mehrheit (30 Anbieter) konnte mit „sehr gut“ und 20 Anbieter immerhin mit der Eigenschaft „gut“ verzeichnet werden, was insgesamt für die Qualität der deutschen Versicherer spricht.

Im März 2012 hat sich die Stiftung Warentest besonders mit den Berufsunfähigkeitsversicherungen für Auszubildende und Studenten beschäftigt. Wert wurde darauf gelegt, dass die Policen schon bei einer Berufsunfähigkeit und nicht erst bei der Erwerbsunfähigkeit greifen, damit junge Leute Sicherheit haben, wenn sie beispielsweise unerwartet nicht mehr in ihrem Ausbildungsberuf arbeiten können. Die Versicherungen Allianz, Axa und Barmenia zählen laut der Stiftung zu den besten Anbietern für Studenten. Frauen zahlen momentan immer noch mehr Beiträge als Männer, was allerdings ab Dezember 2012 nicht mehr rechtens ist und umgestellt werden muss.

Die vielen Anbieter und die großen Preisunterschiede von teilweise bis zu 1.000 Euro im Jahr erschweren es dem Verbraucher, einen individuell passenden Tarif ausfindig zu machen. Damit man den Versicherungsdschungel besser durchschauen kann, gibt die Stiftung Warentest durch ihre Tests regelmäßig einen transparenten Einblick in die Versicherungsbranche. So kann ein Interessent sich beispielsweise an der Auflistung der besten Testteilnehmer orientieren und die Versicherer auf einen Blick unterscheiden.

Die Erwerbs- beziehungsweise Berufsunfähigkeitsversicherung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben und damit auf freiwilliger Basis. Berufstätigen ist sie jedoch wirklich zu empfehlen. Im Falle eines plötzlichen Unfalls, einer schweren Erkrankung oder gar Invalidität kommt es vor, dass man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Nur mit einer solchen Versicherungspolice bekommt man Ausgleichszahlungen über den Betrag aus der gesetzlichen Rentenversicherung hinaus ausgezahlt. Meist geschieht das in Form einer Rente. Viele Anbieter verlangen von ihren Kunden vor Abschluss einer Police einen Gesundheitstest. Dieser dient zur besseren Kalkulation des Versicherers.

Kategorie: Arbeitnehmer

Dienstag, 27. Juli 2010

Sinn und Unsinn eines Karrierecoaching

Gibt man in Google “karrierecoaching” als Suchbegriff ein, werden 255.000 Treffer angezeigt. Hinter diesen Ergebnissen stehen überwiegend Firmen, die dies als Leistung anbieten. Offenbar besteht ein großer Markt dafür.

Bei genauerem Studium des Angebots lässt sich feststellen, dass als Ziele eines Karrierecoachings Karriereplanung, Neuorientierung, Weiterentwicklung, Work-Life-Balance und die Lösung persönlicher und beruflicher Probleme genannt werden. Während noch vor wenigen Jahren vor allem Manager in heiklen Situationen Unterstützung durch einen Coach gesucht haben, greifen auf diese Dienstleistungen mittlerweile auch Schulabgänger zu. Auch Arbeitnehmer und Selbständige gehören zur Klientel.

Doch kann ein Karrierecoach tatsächlich die Hilfe geben, die Familienmitglieder, Freunde, Arbeitskollegen und Chefs üblicherweise geben? Sie kennen den Hilfesuchenden und seine Situation besser als jeder Coach. Sie verfolgen seine Entwicklung teilweise über Jahre und wissen um die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz, im Unternehmen und im Aufgabenfeld. Schließlich stecken sie selbst mittendrin. Gewiß hat ein Außenstehender häufig einen anderen Blick auf die Situation als die Betroffenen, aber ihm erschließt sich nur eine Momentaufnahme.

Hinzu kommt, dass ein Karrierecoach verschiedene Situationen nur vom Hörensagen kennt, aber selbst selten Betroffener war. Z.B. kennt ein Psychologe, der sich nach seinem Studium selbständig machte, nie ein Unternehmen von innen. Er kennt keinen Konkurrenzdruck um die wenigen Führungspositionen, keine sexuelle Belästigung, kein Mobbing, keine ständigen Umorganisationen, keinen permanenten Austausch des Führungspersonals, kein Sterben von Projekten in der Umsetzungsphase. Wie will dieser Coach dann eigentlich helfen? Nur durch Zuhören? Braucht es nicht auch handfeste Ratschläge, um Situationen meistern zu können?

Meines Erachtens helfen Karrierecoaches dem Manager, der keine Möglichkeit mehr hat, Hilfe und Unterstützung in seinem Umfeld zu bekommen. Macht macht schließlich einsam. Aber alle anderen sind meiner Meinung nach besser beraten, sich an Mentoren oder eben an ihr persönliches Netzwerk zu wenden. Das ist in der Regel kostenlos und bringt letztendlich viel mehr.

Was haben Sie für Erfahrungen gemacht?

Kategorie: Arbeitnehmer, Berufsanfänger

Dienstag, 13. April 2010

Weiterbildung und Teilzeit

Arbeiten in Teilzeit ist unter verschiedenen Gesichtspunkten sinnvoll:

  • Bei Eltern, die ihre Kinder betreuen und mit ihnen mehr Zeit verbringen wollen, als dies bei einer Vollzeitbeschäftigung mit ca. 40 Stunden pro Woche möglich wäre. In vielen Fällen ist auch keine Kinderbetreuung durch entsprechende Einrichtungen möglich bzw. zu teuer
  • Bei Personen, die sich selbstständig machen wollen. Gerade eine Existenzgründung benötigt häufig viel Zeit und kann nicht unbedingt in der Freizeit erfolgen.
  • Bei Personen, die eine Weiterbildung anstreben. Umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen können nicht neben einem normalen Job absolviert werden. Vielmehr ist es notwendig, sich auf Studien und Prüfungen ausreichend vorzubereiten und zu konzentrieren. Der Bildungsurlaub kann dies unterstützen, reicht aber selten aus. Um zu verhindern, dass eine Arbeitsstelle gekündigt werden muss, um sich weiter zu bilden, bietet sich die Möglichkeit an, Teilzeit zu arbeiten und dadurch auch weiterhin Einkommen zu erzielen.
  • Bei Personen, die anderweitigen Interessen nachgehen wollen/müssen. Das kann die Pflege von Familienangehörigen sein, ein anstehender Hausbau, intensives Sporttreiben, oder einfach weniger arbeiten zu wollen aus gesundheitlichen Gründen oder auch individuellen Vorstellungen zur Work-Life-Balance

Trotz der verschiedenen Motivation, Teilzeit zu arbeiten, sind die Beweggründe ähnlich:

  • Es soll/muss ein regelmäßiges Einkommen erzielt werden
  • Ein vorhandener Arbeitsplatz soll nicht aufgegeben werden und möglicherweise wieder in eine Vollzeitstelle umgewandelt werden
  • Auf einen kommunikativen Austausch mit Kollegen soll nicht verzichtet werden

Die Weiterbildung spielt gerade bei Teilzeitarbeitern eine wichtige Rolle. Einerseits kann die Weiterbildung der Grund sein, um in Teilzeit zu arbeiten. Ausserhalb der Arbeitszeit kann dann eine Ausbildung, ein Studium oder eine Fortbildung gemacht werden.

Andererseits ist ständige Weiterbildung auch bei Teilzeitarbeitern notwendig, um

  • die “Employability” zu erhalten und zu verbessern. Viele Berufe verändern sich permanent, erfordern neue Kenntnisse und Fähigkeiten oder werden sogar überflüssig. Umso wichtiger ist es, sich selbst entsprechend weiter- und fortzubilden
  • die eigene “Konkurrenzfähigkeit” zu erhalten. Arbeitsplätze sind heutzutage heftig umkämpft. Bei Kündigungsmaßnahmen oder Sozialplänen sind Teilzeitarbeiter besonders oft betroffen. Wer besondere Fähigkeiten mitbringt, wird dagegen gerne gehalten oder sogar umworben
  • Und schließlich ermöglicht Weiterbildung erst den Einstieg in Teilzeitarbeit, gerade wenn der Betroffene einige Jahre nicht gearbeitet hat. Es erleichtert Müttern, Arbeitslosen oder auch Aussteigern, z.B. bei einem Sabbatical, den Wiedereinstieg in einen Job

Die genannten Gründe sollten gerade Teilzeitarbeiter anhalten, auf regelmäßige Weiterbildung zu achten. Deshalb:

  • Nutzen Sie Maßnahmen zur Weiterbildung, die Ihr Arbeitgeber anbietet, z.B.  in Form einer innerbetrieblichen Schulungsmaßnahme
  • Machen Sie sich selbst einen Weiterbildungsplan
  • Besprechen Sie Ihre Weiterbildung mit Ihrem Arbeitgeber bei Ihrem  Mitarbeitergespräch
  • Kalkulieren Sie Zeit und Geld für Ihre Weiterbildungen
  • Nutzen Sie neben normalen Seminaren auch die Möglichkeiten des e-Learning oder von Fortbildungen über das Internet
Kategorie: Arbeitnehmer

Sonntag, 7. März 2010

Transfergesellschaft, BeE, Auffanggesellschaft, Outplacement

Die Begriffe sind vielfältig,

und doch bezeichnen sie letztendlich eine bestimmte Situation: Nämlich wie kann sich ein Arbeitgeber von einem Mitarbeiter trennen, ihm also kündigen. Aber es soll eine “Hängematte” für den Mitarbeiter geschaffen werden, die es diesem erleichtert, die Kündigung als weniger drastisch zu empfinden und vor allem das Damoklesschwert “Arbeitslosigkeit” noch ein wenig hinauszuschieben. Von den oben genannten Möglichkeiten profitieren laut Befürwortern alle:

  • Die Mitarbeiter, die
    • für mindestens 1 Jahr nicht arbeitslos werden
    • bis zu 80 % ihres bisherigen Lohns erhalten durch Bezug von Kurzarbeitergeld und einer möglichen Aufstockung durch den Arbeitgeber
    • Mitglied in der gesetzlichen Sozialversicherung bleiben. Die Beiträge übernimmt das Unternehmen bzw. teilweise die Arbeitsagentur
    • beraten und qualifiziert werden hinsichtlich ihrer Bewerbungsfähigkeiten und anderer Kompetenzen
    • sich intensiv darum kümmern können, eine neue Arbeitsstelle zu finden
  • Die kündigenden Unternehmen, die
    • sich auf “leise” Art von Mitarbeitern trennen können
    • keinen Imageverlust in der Öffentlichkeit erleiden, sondern vielmehr als fürsorgliches Unternehmen wahrgenommen werden
  • Das Arbeitsamt und damit die Politik, die
    • in ihren Statistiken weniger Arbeitslose ausweisen muss
    • darauf hofft, dass die betroffenen Mitarbeiter einen neuen Job finden, bevor sie sich arbeitslos melden müssen
  • Die Gesellschaften und deren Betreiber, die
    • für das Profiling, die Beratung und Qualifizierung oder Vermittlungstätigkeiten entsprechend bezahlt werden
    • keinen Nachweis für den Erfolg ihrer Tätigkeiten bringen müssen

Und doch, trotz all dieser plausiblen Vorteile, verspüre ich Unbehagen:

  • Der Mensch ist träge! Je mehr Zeit er hat, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen, umso weniger Druck hat er, sich wirklich ernsthaft und mit vollem Engagement darum zu bemühen. Wie viele Manager auch, wird er sich hinter den Beratern verstecken, anstatt seinen Menschenverstand und seine Energie zu nutzen, selbst aktiv zu sein
  • Das Verständnis, dass ein Arbeitsverhältnis eben nicht sicher und auf Dauer angelegt ist, kommt auf diese Weise nicht ins Bewußtsein der Arbeitnehmer. Dementsprechend wird er sich nur wenig damit auseinander setzen, sich um Weiterbildung bemühen, Kontakte aufbauen und sich darum bemühen, eine Alternative zum heutigen Arbeitsplatz zu schaffen
  • Berater stülpen immer die gleichen Konzepte über die zu Beratenden. Dementsprechend werden die Bewerbungen immer mehr zu “Einheitsbrei”, statt zu individuellen und persönlichen Bewerbungen
  • Wertvolle Zeit wird vergeudet, weil die Mitarbeiter mindestens 1 Jahr Zeit haben, um den wirklichen Ernstfall, d.h. den tatsächlichen Verlust ihrer Arbeitsstelle, hinauszuschieben. Man hat ja noch Zeit, um dies und das zu machen. Erstmal das Ergebnis des Profilings abwarten, dieses Seminar machen, diese Beratung mitnehmen usw. In dieser Zeit verlernt man, Probleme aktiv anzugehen und selbst Lösungen zu schaffen
  • Der Steuerzahler zahlt für Instrumente, deren Erfolg nicht nachgewiesen ist und er wird bewusst getäuscht über die tatsächlichen Arbeitslosenzahlen. Letztendlich wären nicht nur die Mitarbeiter, für die diese Gesellschaften geschaffen wurden, arbeitslos, sondern auch die Berater und anderen Mitarbeiter der Gesellschaften. Die Politik hat also wieder eine möglicherweise sinnlose, aber sicher nicht wertschaffende Dienstleistungsbranche geschaffen
  • Die heutigen, niedrigen Werte in Deutschland bezüglich der Selbstständigenquote sind meiner Meinung nach nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die meisten es verlernt haben, für sich Verantwortung zu übernehmen. Damit sind sie nicht mehr in der Lage, auf Alternativen, sei es in einer Existenzgründung oder einen Arbeitsplatz bei einem anderen Arbeitgeber, zurückzugreifen

Meiner Ansicht nach müssten die Lösungen bei einer Kündigung ganz anders aussehen:

  • Jeder Mitarbeiter ist sich bewusst, dass ein Arbeitsverhältnis jederzeit beendet werden kann. Diesen Faktor kalkuliert er in seiner Lebens- und Karriereplanung. Das heißt auch, dass er in Zeiten mit gutem Verdienst, spart und nicht alles ausgibt oder gar Schulden macht
  • Die Schul- und Berufsausbildung ist darauf angelegt, die Menschen dahingehend zu qualifizieren, dass sie dieses Bewusstsein haben, sich um Weiterbildung bemühen und darauf achten, ihre Employability möglichst zu erhalten oder gar zu verbessern
  • Mindestlöhne sorgen dafür, dass ein gewisser Lebensstandard gesichert ist
  • Die Politik zeigt Vertrauen in die Bürger, dass sie eigenständig und selbstverantwortlich handeln können. Sie schafft Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, leicht Arbeit zu finden oder sich selbstständig zu machen. Dazu gehört auch, dass das Arbeits- und Steuerrecht drastisch vereinfacht wird
  • Arbeitslosigkeit bedeutet für den Betroffenen nicht Stigmatisierung, Geringschätzung durch die Gesellschaft und gesellschaftlicher Absturz, sondern wird als eine ganz normale Situation betrachtet, von der jeder über kurz oder lang betroffen ist
Kategorie: Arbeitnehmer, Arbeitslose

Montag, 11. Januar 2010

Sinn und Unsinn von Geschäftsreisen

Erst neulich fiel er wieder in einem Telefonat, der berühmte Satz: “Und dann sollten wir uns mal kennen lernen”. Damit ist natürlich gemeint, dass ich mich auf den Weg mache, den Gesprächspartner in seinem Büro aufsuche, ein kleines, nettes Gespräch führe von etwa einer Stunde, vielleicht noch gemeinsam zu Mittag essen gehe, und dann wieder heimfahre.

Inhalt des Gesprächs?

Man stellt sich ein wenig vor, plaudert, was man macht und gemacht hat, beleuchtet ein wenig die Hintergründe, warum man sich nun hier gegenüber sitzt, hat ein paar Folien über sein Unternehmen mitgebracht, unterhält sich über einige Probleme – möglichst Probleme, die beide haben, also z.B. mit der Finanzkrise und einem dadurch bedingten Umsatzeinbruch, mit dem “Stress” und Druck in der Arbeit, den vielen Terminen usw. Und natürlich bekräftigt man sich gegenseitig darin, zusammen arbeiten zu wollen.

Was ich gegen derartige Geschäftsreisen habe?

  • Sie kosten in erster Linie viel Zeit:
    • Ich muss dort hinfahren, mit Rückfahrt ergeben sich meistens einige Stunden Fahrzeit
    • Ich führe ein Small Talkgespräch, dessen Inhalt meistens nur ein längeres Telefonat wiederholt
    • Ich gehe essen mit den üblichen Zeiten von wenigstens 1 Stunde, in der Regel mehr
  • Sie kosten Geld:
    • Die Fahrten mit Auto und Flugzeug sind nicht kostenlos
    • Die Zeit für die gesamte Tour kann ich nicht produktiv zum wirklichen Geldverdienen nutzen
  • Sie zeigen nicht die “Realität”:
    • In so einem Gespräch versucht jeder, sich möglichst positiv darzustellen. Man hat sich herausgeputzt (wofür hat man schließlich eine entsprechende Businesskleidung). Man spricht über seine Erfolge, nicht aber über die Mißerfolge
    • Man bringt etwas mit und seien es nur die Präsentationsfolien der eigenen Firma, die man dann großzügig überlässt
    • Man geht essen, um eine möglichst positive Atmosphäre zu schaffen. Deshalb geht man auch nicht in die nahe Kantine, sondern wählt eine exquisitere Adresse

Aber: Diese Gespräche zeigen nicht, wie man miteinander umgeht, wenn Meinungsverschiedenheiten auftauchen, wenn sich die Zusammenarbeit aus welchen Gründen auch immer schwierig gestaltet und ob tatsächlich der Wille und die Fähigkeit bestehen, eine gute Partnerschaft zu leben. Das ist nicht anders als in einer Ehe oder einer Beziehung. Gerade Geschäftsreisen mit dem Zweck des “Kennenlernens” erinnern eher an “Fleischbeschau” oder an das neugierige Taxieren der Anderen in einem Tanzkurs.

Wie meine Lösung lautet:

Per E-Mail und Telefon, auch per Videokonferenz kann man sehr gut herausbekommen, ob man zueinander passt. Ich achte sehr darauf, wieviele E-Mails nötig sind, um endlich zu einem Ergebnis zu kommen. Wenn diese zu viele sind, offensichtlich die empfangenen Mails nicht sorgfältig gelesen wurden, die gesendeten Mails nicht aufzeigen, was man eigentlich will, dann breche ich den Kontakt ab. Beim Telefonieren ist es nicht anders. Hier sind es die Fragen:

  • Hört der Andere zu oder will er sich nur darstellen?
  • Hat er eine klare Vorstellung über Inhalt und Ziel des Gesprächs?
  • Wie lange dauert es, um zu einem Ergebnis zu kommen?

Meiner Ansicht nach sind Geschäftsreisen in mindestens 90 % der Fälle überflüssig und können durch den Einsatz der heutigen Medien komplett ersetzt werden. Wenn Telefon und E-Mail nicht ausreichen, um sich ein Bild vom Anderen zu machen, finden sich sicherlich im Internet Bilder und Informationen und sei es in XING.

Warum dennoch weiterhin Geschäftsreisen üblich sind?

  • Man zeigt seine Wichtigkeit. Und sei dies nur gegenüber dem Partner oder den Freunden und Bekannten, die manchmal eh nicht so ganz verstehen, was er eigentlich arbeitet und wie er sein Geld verdient
  • Viele Geschäftsreisen begründen den Anspruch auf ein schickes Auto, auf den Senator Status in der Business Lounge, auf eine Firmen-Kreditkarte usw.
  • Man entzieht sich der Probleme zuhause, ob es schreiende Kinder sind, pubertierende Jugendliche oder eine fordernde Ehefrau, die darauf besteht, mit der eigenen Familie und der Familie ihrer besten Freundin ein Wochenende zu verbringen. Und er weiß genau wie dies abläuft: Erstmal fahren, dann sich darstellen, gemeinsam essen gehen, dann wieder fahren. Und er findet das doch soooo gräßlich!
Kategorie: Allgemein, Arbeitnehmer, Existenzgründer und Selbständige

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Schichtarbeit: Achten Sie auf Ihre Gesundheit

Wer hätte das gedacht: Immer mehr Erwerbstätige arbeiten mittlerweile in Schicht. Hintergrund sind nicht zuletzt die zunehmenden Servicezeiten, z.B. durch die Ausweitung der Öffnungszeiten von Einkaufsläden, und die Auslastung von Maschinen und Produktionsstätten. In vielen Betrieben gibt es daher 2-Schichtbetrieb bei längeren Betriebszeiten bzw. einem 3-bis 5-Schichtbetrieb bei einem Arbeiten rund um die Uhr. Gerade die Nachtarbeit stresst den Körper und die Gesundheit der Schichtarbeiter in besonderer Weise.

Als Nachtarbeiter gilt ein Beschäftigter, wenn er zwischen 23 und 6 Uhr wenigstens 2 Stunden arbeitet. Bei Bäckern oder Zugführern verschiebt sich dieses Zeitfenster um 1 Stunde nach vorne.

Wenn Sie Schichtarbeiter sind, sollten Sie daher ganz besonders auf Ihre Gesundheit achten:

  • Je weniger Sie in Folge in der Nacht arbeiten müssen, umso besser. Eine Umstellung des Körpers auf einen anderen Schlafrhythmus ist dann nicht nötig
  • Bei mehreren Nachtschichten brauchen Sie längere Ruhepausen, bevor Sie wieder arbeiten gehen
  • Machen Sie Pausen während Ihres Schichtdienstes. Auch kurze Schlafphasen (15 Minuten) sind hilfreich, um Schlafdefizite auszugleichen
  • An der Arbeitsstätte sollte es angenehm kühl und hell sein, um besser wach bleiben zu können
  • Genießen Sie koffeinhaltige Getränke in Maßen
  • Nutzen Sie die Pausen zwischen den Schichtdiensten, um sich gut zu erholen. Dazu zählen ausreichend Schlaf, entspannungsfördernde Tätigkeiten, gesunde Ernährung, frische Luft
  • Tun Sie sich mit anderen “Schichtlern” zusammen, um gemeinsam Ihre Freizeit zu gestalten. Viele Vereine bieten z.B. besondere Programme an

Mehr Informationen finden Sie auf Schichtarbeit – ArbeitsRatgeber

Kategorie: Arbeitnehmer

Freitag, 11. Dezember 2009

Altersteilzeit

Beschäftigte, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, können Altersteilzeit beantragen. Ein Rechtsanspruch besteht nicht, aber Grundlage kann ein Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder ein Arbeitsvertrag sein.

Arten:

  • Kontinuierliche Altersteilzeit oder Gleichverteilungsmodell
    Über den gesamten Zeitraum der Altersteilzeit, also bis zum Rentenbezug (maximal 10 Jahre), arbeitet der Mitarbeiter nur noch 50 % seiner bisherigen Arbeitszeit
  • Blockmodell
    Die Arbeitszeit des Mitarbeiters bleibt in einer 1. Phase wie bisher ungekürzt. Dafür erhält er nur ein reduziertes Entgelt. In der 2. Phase ist er von der Arbeit freigestellt und bekommt weiterhin das reduzierte Entgelt der 1. Phase

Einkommen:

  • Der Arbeitgeber zahlt Entgelt für die hälftige Arbeitszeit und eine Aufstockung von mindestens 20 % dieses Entgelts
  • Bei Beamten und Beschäftigten im öffentlichen Dienst werden Aufstockungen vorgenommen, so dass das Nettoentgelt mindestens 83 % des bisherigen Nettoentgelt beträgt
  • Zum Entgelt zählen die monatliche Grundvergütung, Prämien, Zulagen, Sachbezüge und geldwerte Vorteile wie Firmenwagen sowie die vermögenswirksamen Leistungen. Nicht dazu gerechnet werden Einmalzahlungen, Entgelte für Überstunden und andere unregelmäßig anfallende Einkommen. Diese dürfen allerdings nicht monatlich aufgeteilt ausbezahlt werden, da sie sonst als regelmäßige Leistungen definiert werden
  • Die Aufstockungsbeträge sind für den Beschäftigten grundsätzlich steuerfrei, unterliegen aber dem Progressionsvorbehalt

Sozialversicherung:

  • Der Arbeitgeber zahlt Rentenversicherungsbeiträge in Höhe von 19,5 % auf der Basis von 80 % des Regelarbeitsentgelts bzw. maximal 90 % der Beitragsbemessungsgrenze (BGG)
  • Der Arbeitnehmer zahlt die Beiträge zu Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung auf Basis des Regelarbeitsentgelts. Der Aufstockungsbetrag geht darin nicht ein

Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit:

  • Der Arbeitnehmer muss 5 Jahre vor Antritt der Altersteilzeit mindestens 1.080 Kalendertage, also etwa 3 Jahre, sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein und hat folglich monatlich mehr als 400 Euro verdient. Zeiten mit Anspruch auf Arbeitslosengeld I oder II oder Krankengeld sind der versicherungspflichtigen Beschäftigung gleichgestellt. Das bisherige Beschäftigungsverhältnis kann auch im EU-Ausland liegen
  • Es liegt ein Vertrag oder eine Vereinbarung zur Altersteilzeit vor
  • Der Arbeitsplatz, der durch die Altersteilzeit entsteht, wird wieder besetzt durch einen ALG-II-Bezieher oder durch die Übernahme eines Auszubildenden nach Abschluss seiner Ausbildung
  • Die Agentur für Arbeit erstattet den Aufstockungsbetrag – maximal 20 % des Regelarbeitsentgelts – und die zusätzlichen Beiträge zur Rentenversicherung an den Arbeitgeber
  • Die Leistungserstattung erfolgt maximal 6 Jahre lang bzw. bis zum Bezug der Altersrente oder bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres
  • Die Altersteilzeit ist vor dem 01. Januar 2010 anzutreten, ansonsten gibt es keine Förderung mehr

Prozedere und Bedingungen für eine Förderung:

  • Der Arbeitgeber muss zuerst einen Antrag stellen auf Anerkennung der Wiederbesetzung des freigemachten Arbeitsplatzes bei der Agentur für Arbeit am Ort des Unternehmens, in dem der Altersteilzeiter beschäftigt ist. Um Planungssicherheit zu bekommen hinsichtlich Anerkennung der Wiederbesetzung sollte dieser frühzeitig gestellt werden. Ratsam ist, den Antrag innerhalb von 3 Monaten nach Vorliegen der Fördervoraussetzungen zu stellen, um die Gelder zum frühesten Zeitpunkt zu erhalten
  • Danach ist ein Leistungsantrag bzw. Antrag auf Auszahlung zu stellen. Die Zahlung erfolgt monatlich nachträglich. Für den Antrag besteht keine Fristbindung. Die Verjährungsfrist liegt bei 4 Jahren. Die Leistungsförderung erfolgt über die gesamte Dauer der Altersteilzeit, also maximal 10 Jahre. Beim Blockmodell erfolgt die Zahlung in doppelter Höhe, sobald in der Freistellungsphase der Arbeitsplatz wieder besetzt wird, da in der 1. Phase nichts bezahlt wurde
  • Hinweis: Wurde die Altersteilzeit vor dem 1. Juli 2004 begonnen, gelten andere Regeln

Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung:

  • Ungekürzte Rente ab 65 Jahren
  • Das früheste Renteneintrittsalter ist für die Jahrgänge 1948 und jünger ab dem Alter von 63 Jahren möglich.
  • Wird gesetzliche Rente vor Vollendung des 65. Lebensjahres bezogen, wird die monatliche Rente für die gesamte Auszahlungszeit um 0,3 % pro Monat des vorzeitigen Bezugs gekürzt

Insolvenz des Unternehmens:

  • Beim Blockmodell geht der Arbeitnehmer in der 1. Phase in Vorleistung, da er mehr arbeitet als er ausbezahlt bekommt. Dieses Wertguthaben bildet die Grundlage für die Entgeltzahlungen in der 2. Phase. Bei Insolvenz kann dieses verloren gehen
  • Durch das Altersteilzeitgesetz § 8a ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine Insolvenzsicherung vorzunehmen

Nebentätigkeit:

  • Bei Ausübung einer Nebentätigkeit, die die Grenzen einer geringfügigen Beschäftigung übersteigt, ruht der Anspruch des Arbeitgebers gegenüber der Bundesagentur für Arbeit auf die Förderungsleistung. Tarifliche Regelungen können in diesem Fall dazu führen, dass der Arbeitgeber die Aufstockungsbeträge und die Leistungen zur gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr erbringt
  • Nebentätigkeit während der Freistellungsphase im Blockmodell ist generell nicht erlaubt, da die Altersteilzeit als Mittel zum Abbau der Arbeitslosigkeit dient. Einzige Ausnahme ist, wenn die Nebentätigkeit bereits 5 Jahre vor Beginn der Altersteilzeit ständig ausgeübt wurde

Krankheit während der Altersteilzeit:

  • Krankheit während der Freistellungsphase beim Blockmodell wirkt sich nicht aus
  • Bei Krankheit während der Arbeitsphase steht dem Beschäftigten die Entgeltfortzahlung von bis zu 6 Wochen zu. In dieser Zeit werden also Altersteilzeitentgelt, Aufstockungsbetrag und Rentenversicherungsbeiträge bezahlt. Nach diesen 6 Wochen erhält der Altersteilzeitbeschäftigte nur noch Krankengeld

Kündigung während der Altersteilzeit:

  • Eine Kündigung während der Arbeitsphase wird wie die Kündigung von Vollzeitbeschäftigten behandelt
  • In der Freistellungsphase ist eine Kündigung nicht möglich, da eine Arbeitspflicht nicht mehr besteht

Wenn Sie darüber nachdenken, in Altersteilzeit zu gehen, sollten Sie frühzeitig mit der Personalabteilung Ihres Unternehmens oder mit Ihrem Chef die Details klären.

Wer mehr wissen will, findet Urteile aus dem Arbeitsrecht und weiterführende Informationen auf dem ArbeitsRatgeber.

Kategorie: Arbeitnehmer

Mittwoch, 24. Juni 2009

Lösen Referenzschreiben Arbeitszeugnisse ab?

Referenzschreiben werden immer wichtiger:

  • Bei der Bewerbung zu einem MBA-Studium wird um Referenzen gebeten.
  • Ein Selbstständiger, der ins Angestelltenverhältnis wechseln will, benötigt einen Nachweis für seine Tätigkeiten.
  • Ein Freiberufler sammelt Referenzen seiner Kunden, um damit auf seiner Webseite zu werben und sein Image zu pflegen.
  • Verkäufer benötigen Referenzen bzw. Bewertungen auf Internetportalen wie eBay oder Amazon, um potentielle Käufer als Kunden zu gewinnen.
  • Arbeitgeber fragen nach Referenzen, auch bei bereits Angestellten, da sie den Geheimcode von Arbeitszeugnissen nicht entschlüsseln wollen oder können und zudem gerne konkret bei dem Referenzschreiber nachfragen wollen.

So verschieden die Anlässe sind, bei denen Referenzen nötig sind, so unterschiedlich ist auch die Form dieser Empfehlungsschreiben. Sie können von einem Satz und Namen des Referenzschreibers in einem Feedback-Bogen bis zu mehreren Seiten und Detaildaten des Schreibers reichen. Anders als bei Arbeitszeugnissen unterliegen Sie keinen Formvorschriften und vor allem erfolgt die Erstellung freiwillig. Deshalb ist auch davon auszugehen, dass der Schreiber dem Empfänger des Beurteilungsschreibens wohlgesonnen ist und er eine Empfehlung aussprechen möchte.

Die Leser eines Referenzschreibens schätzen die persönlichen Äußerungen und implizieren, dass die Aussagen ehrlich gemeint sind. Sie müssen also keine Übersetzungshilfe zu Rate ziehen, um den geheimen Code von Zeugnissen übersetzen zu können.

Aufgrund dieser Vorteile sollte jeder, ob angestellt oder selbstständig, versuchen, Referenzen zu erhalten. Nehmen Sie daher die Möglichkeiten wahr,

  • bei einem erfolgreich verlaufenen Projekt
  • bei einem durchgeführten Seminar
  • bei einer guten Kundenbeziehung

um ein Referenzschreiben oder um ein kurzes Statement zum Projekt/Seminar zu bitten. Wenn der Angesprochene von Ihrer Arbeit überzeugt ist, wird er sich Ihrer Bitte kaum verweigern. Erst recht nicht, wenn Sie ihm ein Muster für ein Empfehlungsschreiben vorlegen. Und wer weiß, vielleicht spricht er Sie bei der nächsten Gelegenheit ebenfalls an, ein Referenzschreiben für ihn zu erstellen.

Mehr zu Empfehlungsschreiben und Arbeitszeugnissen finden Sie im ArbeitsRatgeber

Kategorie: Arbeitnehmer, Berufsanfänger, Existenzgründer und Selbständige

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