Höhe der Hartz IV-Sätze
Demnächst entscheidet das Bundesverfassungsgericht, ob die Hartz IV-Sätze für Kinder zu gering sind. Dementsprechend groß ist die momentane Aufregung in der Presse. Umfragen haben ergeben, dass 60 Prozent der Deutschen der Meinung sind, dass die Hartz IV-Sätze zu niedrig sind und nicht ausreichen zum Leben. Dabei steht immer nur der Hartz-IV-Regelsatz bzw. Arbeitslosengeld 2 oder Sozialgeld von 359 Euro pro Person und die niedrigeren Sätze für Kinder im Blickpunkt.
Und leider werden meistens nur diese herangezogen bei einem Vergleich, ob es sich denn noch lohnt, überhaupt zu arbeiten, wenn man mit seiner Familie Hartz IV-Empfänger ist. Selbst im Beitrag von stern.de “Wie viel Geld braucht eine Familie wirklich?” ist die Rechnung bei der Geringverdienerfamilie nicht vollständig. Zu den Leistungen, auf die ein Hartz IV-Empfänger Anspruch hat, gehören nämlich nicht nur der Regelsatz, Miete und Heizungskosten.
Außerdem sind zu berücksichtigen:
- Mehrbedarfszuschläge
- Befristeter Zuschlag nach Bezug von Arbeitslosengeld I
- Beiträge zur Sozialversicherung
- Befreiung der Rundfunk- und TV-Gebührenpflicht
- Sozialtarif der Telekom mit einer Telefongebührenermäßigung
- Einmalige Leistungen für
- mehrtägige Klassenfahrten
- Erstausstattung derWohnung
- Erstausstattung mit Bekleidung
- Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt
Werden diese Leistungen bei dem Vergleich von stern.de berücksichtigt, dann hat die Familie Igerts mit Arbeit von Vater und Mutter (insgesamt 1.600 Euro pro Monat plus Kindergeld) weniger zur Verfügung als wenn die Eltern arbeitslos wären und Hartz IV bekämen. Allein die Sozialversicherungsbeiträge machen mehr als die errechnete Differenz von 150 Euro aus.
Ich empfinde es als sehr ärgerlich und verantwortungslos, dass die Medien hier falsch informieren. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass über die Leistungen an Arbeitslose niemand so richtig Bescheid weiß.
Meiner Ansicht nach, kann eine Familie mit wenigstens 2-3 Kindern von den Hartz IV-Sätzen sehr wohl davon leben. Viele Familien im Niedriglohnsektor leben von weitaus weniger. Aber sie haben gelernt, mit ihrem Geld vernünftig zu wirtschaften. Möglichkeiten, Geld zu sparen, gibt es heutzutage mehr als genug:
- Lebensmitteleinkauf beim Discounter
- Gebrauchsgegenstände bei eBay, Flohmärkten, bei Sonderverkäufen
- Selbstmachen. Man kann selbst kochen, selbst renovieren, schneidern usw.
- Rad fahren statt Auto nutzen
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