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Montag, 27. Juli 2009

Nichts wie Networking?

Nahezu jeder Karriereführer und all die verschiedenen Social Networks, angefangen über XING, Facebook und StudiVZ bis hin zu den Verbänden und Vereinigungen, wie RotaryClub suggerieren: ohne Netze und aktivem Networking geht heutzutage nichts. Also keine erfolgreiche Bewerbung und damit Finden des Traumjobs, keine Chance auf Karriere und für Selbständige und Unternehmer keine wirklich guten Aufträge und damit Kunden, aber auch weniger gute Lieferanten und Mitarbeiter. Stimmt das?

Sicherlich genießt ein erfolgreicher Networker Vorteile: Ein oder mehrere Anrufe bei Gleichgesinnten und ein Problem ist bald gelöst. Aber ist es tatsächlich die beste, die einzige Lösung und was steht an Arbeit dahinter?

Networking heißt immer Geben und Nehmen. Vor dem Nehmen und dem Nutznießen von Kontakten ist erstmal viel Arbeit nötig. Die Anderen aus dem Netzwerk müssen den Neuen erstmal kennenlernen, Vertrauen fassen und auch erfahren haben, dass der Neue bereit und in der Lage ist, sich, seine Fähigkeiten und seine Kontakte ins Netz einzubringen. Das alles erfordert eine Menge Zeit und ist nicht jedermanns Sache. Denn dazu werden Fähigkeiten verlangt, wie

  • Small Talk
  • zugehen auf Andere, Unbekannte
  • sich ausdrücken können
  • die Aufmerksamkeit anderer zu gewinnen und neugierig zu machen
  • positiv in Erinnerung zu bleiben
  • den Anderen aus der Reserve zu locken. D.h. ihn so zu fragen, dass es kein Ausfragen sondern Interesse am Anderen signalisiert
  • aktives Zuhören

Nicht jeder beherrscht all diese Fähigkeiten und nicht jedem macht es Spaß, statt bei seiner Familie zu sein oder Freizeit zu haben, in einem Netzwerk online oder an einem Treffpunkt mit Unbekannten seine Zeit zu verbringen. Ich gehöre auch dazu. Für mich ist Netzwerken immer ein erhebliches Maß an Zeitvergeudung und deshalb ein Aufwand, der sich durch die Ergebnisse meist nicht rechtfertigen lässt.

Lieber setze ich andere Mittel ein:

Bewerbung:

Systematische Analyse des Arbeitsmarkts, meiner Fähigkeiten und Wünsche. Ich versuche, meinen “Traumjob” zu definieren und meinen Traum-Arbeitgeber zu finden oder mich mit diesem Traumjob selbständig zu machen. Meinen Traum-Arbeitgeber ködere ich durch ein “Leistungsmerkmal”, das andere Bewerber nicht aufweisen können, wie z.B. eine wenig beherrschte Sprache (Chinesisch, Farsi), passende Interessen, Zukunftsaspekte. Mit Hilfe des Internets kann ich mich über meine Konkurrenten informieren, den Arbeitsmarkt analysieren, den Arbeitgeber kennen lernen und den Traumjob definieren.

Karriere machen:

Es gibt mittlerweile spezielle Jobbörsen und Plattformen, wie experteer.de, die sich auf die Vermittlung Hochqualifizierter spezialisiert haben. Auch hier lässt sich analysieren, wie die Konkurrenten sich darstellen, wie ich mich unterscheiden kann und was gesucht wird.

Aufträge akquirieren und Lieferanten finden:

Eine Vielzahl an Plattformen ermöglicht es, an Aufträge zu kommen, ohne besonderes Marketing betreiben zu müssen. Angefangen von myhammer.de bis zu IT-Auftragsbörsen. Vorteil dieser Internetmärkte ist die Kenntnis von Erfahrungen Anderer als Käufer bzw. Anbieter einer Leistung. Anders als beim Networking bin ich nicht abhängig von der Einschätzung einer einzigen Person, sondern kann auf die Erfahrung und auf die Sichtweise mehrerer zurückgreifen.

Mitarbeiter finden:

Ebenfalls über das Internet ist es vergleichsweise einfach, potentielle Mitarbeiter anzusprechen. Ich kann selbst Stellenanzeigen schalten oder auf die hinterlegten Steckbriefe zurückgreifen und die Personen kontaktieren. In der Regel finde ich weitere Informationen über die Person im Internet.

Fazit:

Auch diese Möglichkeiten kosten natürlich Zeit. Sie erfordern eine Menge Recherchearbeit und Vorbereitung im Internet. Aber im Gegensatz zum Networking werden die eingangs benötigten Fähigkeiten weitaus weniger benötigt – sie sind natürlich auf keinen Fall hinderlich. Hinzu kommt, die Informationen, die ich hinterlasse, stammen eher von Anderen (virales Empfehlungsmarketing) bzw. sind bewußt von mir öffentlich gemacht (z.B. Internetauftritt, Steckbrief bei Bewerbungsportalen). Und ich kann die Kontaktaufnahme sehr gezielt steuern. Das alles sind für mich Faktoren, die meinem Naturell und meinen Fähigkeiten und Neigungen weitaus eher gerecht werden als Networking. Ich glaube nicht, dass ich damit weniger erfolgreich bin als über das Netzwerken, bei dem ich es sicherlich nie zur Meisterschaft bringen werde. Aber das spricht natürlich nicht gegen Netzwerken “nebenbei”. Dafür bieten sich Möglichkeiten z.B. auf Veranstaltungen und Seminaren, bei denen ich mich mit Anderen unterhalte und ihnen schließlich meine Visitenkarte oder Prospekt überreiche.

Kategorie: Allgemein

1 Kommentar zu ' Nichts wie Networking?'

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  1. [...] Nix da Networking – Wer zählt schon das sammeln von Geschäftskontakten zu seine Hobbies? Wenn wir ehrlich sind tut es jeder, aber viele nicht gerne. Dieser Blog Artikel zeigt einige Alternativen auf. [...]

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