Lösen Referenzschreiben Arbeitszeugnisse ab?
Referenzschreiben werden immer wichtiger:
- Bei der Bewerbung zu einem MBA-Studium wird um Referenzen gebeten.
- Ein Selbstständiger, der ins Angestelltenverhältnis wechseln will, benötigt einen Nachweis für seine Tätigkeiten.
- Ein Freiberufler sammelt Referenzen seiner Kunden, um damit auf seiner Webseite zu werben und sein Image zu pflegen.
- Verkäufer benötigen Referenzen bzw. Bewertungen auf Internetportalen wie eBay oder Amazon, um potentielle Käufer als Kunden zu gewinnen.
- Arbeitgeber fragen nach Referenzen, auch bei bereits Angestellten, da sie den Geheimcode von Arbeitszeugnissen nicht entschlüsseln wollen oder können und zudem gerne konkret bei dem Referenzschreiber nachfragen wollen.
So verschieden die Anlässe sind, bei denen Referenzen nötig sind, so unterschiedlich ist auch die Form dieser Empfehlungsschreiben. Sie können von einem Satz und Namen des Referenzschreibers in einem Feedback-Bogen bis zu mehreren Seiten und Detaildaten des Schreibers reichen. Anders als bei Arbeitszeugnissen unterliegen Sie keinen Formvorschriften und vor allem erfolgt die Erstellung freiwillig. Deshalb ist auch davon auszugehen, dass der Schreiber dem Empfänger des Beurteilungsschreibens wohlgesonnen ist und er eine Empfehlung aussprechen möchte.
Die Leser eines Referenzschreibens schätzen die persönlichen Äußerungen und implizieren, dass die Aussagen ehrlich gemeint sind. Sie müssen also keine Übersetzungshilfe zu Rate ziehen, um den geheimen Code von Zeugnissen übersetzen zu können.
Aufgrund dieser Vorteile sollte jeder, ob angestellt oder selbstständig, versuchen, Referenzen zu erhalten. Nehmen Sie daher die Möglichkeiten wahr,
- bei einem erfolgreich verlaufenen Projekt
- bei einem durchgeführten Seminar
- bei einer guten Kundenbeziehung
um ein Referenzschreiben oder um ein kurzes Statement zum Projekt/Seminar zu bitten. Wenn der Angesprochene von Ihrer Arbeit überzeugt ist, wird er sich Ihrer Bitte kaum verweigern. Erst recht nicht, wenn Sie ihm ein Muster für ein Empfehlungsschreiben vorlegen. Und wer weiß, vielleicht spricht er Sie bei der nächsten Gelegenheit ebenfalls an, ein Referenzschreiben für ihn zu erstellen.
Mehr zu Empfehlungsschreiben und Arbeitszeugnissen finden Sie im ArbeitsRatgeber
Kategorie: Berufsanfänger, Existenzgründer und Selbständige, Arbeitnehmer
Dieses Posting kann ich voll und ganz unterstreichen. Arbeitszeugnisse geben meist (entweder durch viel “Geheimcode” oder aber durch zu wenig Kompetenz des Schreibers) sehr wenige Infos her und wenn, dann kann man diesen meist nicht zu 100% vertrauen da bei vielen Firmen aufgrund Mangels an Engagement beim Schreiben diese Arbeit lieber an den Mitarbeiter selbst vergeben wird, sprich: Der Arbeitnehmer schreibt sein eigenes Zeugnis.
Auf Referenzen ist da viel mehr Verlass (das setze ich als Firmeninhaber auch bei der Prüfung von Bewerbungen in der Realität ein), da man hier 1. klar sieht: “Was wurde getan, wie wurde es getan?” und man zweifelsfalls den Referenzkunden direkt kontaktieren kann um sich ein glaubwürdiges Feedback zu holen.
Referenzen sind wichtiger denn je in Zeiten des Web 2.0 und vor Allem in damit zusammenhängenen Branchen.
In der Zeit der Anonymität werden Referenzen immer wichtiger, da man wie gerade schon erwähnt einfach stichfest darüber Informationen bekommt, was die betreffende Person geleistet hat.
Eine große Rolle spielt natürlich auch der erste persönliche Eindruck im Vorstellungsgespräch, in dem man auch schon viel über den Arbeitnehmer erfährt.
Einerseits kann ich schon verstehen, wenn Personaler bei den vielen Bewerbungen die mit Referernzschreiben bevorzugen. Referenzschreiben sind manchmal aber nicht möglich, z. B. weil Kundennamen in der Firma als Betriebsgeheimnis gelten (und den verrät ein Referenzschreiben ja) oder weil man zwar ein Projekt betreut hat, der Kundenkontakt aber immer über Vorgesetzte lief. Insofern fände ich es sehr unfair, wenn man deswegen Nachteile bei Bewerbungen hat! Da kann wirklich nur ein gutes Arbeitszeugnis helfen. Dazu muss man natürlich auch die Gesetze kennen: Arbeitszeugnis und Recht
Ich bin in diesem Fall Ihrer Meinung Christian, aber eine faire Chance bei Bewerbungen zu bekommen ist meiner Meinung nach sowieso eine Seltenheit.
Eine Bekannte von mir hat gerade Ihre Ausbildung zur Arzthelferin mit Gut abgeschlossen und hat in den letzten Monaten ein dutzend Bewerbungen abgeschickt. Da Sie mit 22 schon verheiratet ist, durfte Sie sich in den Vorstellungsgesprächen Kritik über Ihre frühe Eheschließung und mögliche Kinderwünsche anhören, obwohl dies gesetzlich kein Grund sein darf, Bewerber nachteilig zu behandeln. Vom Gesetz wird jeder Bewerber geschützt, in der Realität werden diese Gesetze aber leider oft umgangen.
Was ich auch sehr wichtig für eine Bewerbung halte, sind Arbeitsproben. Jedenfalls bei den Berufen, wo sich eine solche Anlage anbietet. Bewirb man sich beispielsweise als Texter oder Grafiker, sagen Arbeitsproben weit mehr über die Kompetenz des Bewerbers aus, als ein kryptisches Arbeitszeugnis. Referenzschreiben sind als Angestellter meiner Meinung nach leider schwierig zu bekommen, eben wegen des Betriebsgeheimnisses. Als Freiberufler sollte man sich allerdings unbedingt um solche Schreiben bemühen.