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Mittwoch, 12. Dezember 2007

Brainstorming: Neue Ideen generieren

Die Methode Brainstorming wurde von Alex Osborn erfunden. Sie dient als Kreativitätstechnik um neue Ideen in einer Gruppe von Menschen zu finden. Ursprünglich in der Werbung eingesetzt, findet sie heute Anwendung in nahezu allen Bereichen, die eine neue Lösung erfordern, z.B. in der Entwicklung eines Produkts oder bei der Entwicklung eines Leitbildes für die Unternehmenskultur.

Eine Variante zum Brainstorming stellt die Umkehr- oder Kopfstand-Technik dar. Hier werden Ideen für die gegenteiligen Probleme gesucht. Also statt “Kunden gewinnen” “Kunden vergraulen”. Das erhöht den Spassfaktor und trifft die Schwachstellen. Im nächsten Schritt sucht man Lösungen, die verhindern dieses Ziel zu erreichen.

Tipps, Checkliste

  • Vorbereitung
    • Analysieren Sie das Problem bzw. die Aufgabenstellung. Untergliedern Sie diese bei besonders komplexen Problemen
    • Stellen Sie eine Gruppe von 5 bis maximal 15 Personen zusammen. Abhängig vom Problem kann diese aus Experten, Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen oder auch Laien bestehen. Achten sie darauf, dass keine hierarchischen Unterschiede bestehen
    • Bestimmen Sie einen Leiter oder Moderator für das Brainstorming
    • Informieren Sie die Teilnehmer über das Problem und den Verlauf des Brainstormings
    • Ernennen Sie einen Protokollanten
    • Wählen Sie eine günstige Tageszeit mit hohem Aktivitätspotential
  • Durchführung
    • Der Moderator stellt die zu behandelnde Fragestellung allen Teilnehmern vor und beantwortet offene Fragen. Er erläutert die Regeln des Brainstormings und achtet auf deren Einhaltung. Er moderiert die Sitzung, ohne eigene Vorschläge einzubringen. Er motiviert und ermutigt die Teilnehmer. Er achtet darauf, dass sich alle einbringen. Er bringt neue Aspekte und Fragen in die Diskussion, um ins Stocken geratene Brainstormingrunden aufzubrechen. Er fasst Ideen zusammen. Er bestimmt die Pausen und das Ende der Sitzung
    • Die Regeln sind: Quantität vor Qualität
      Keine Bewertung der Ideen, d.h. Killerphrasen und Kritik sind nicht erlaubt. Alle Beiträge, auch erstmal als verrückt oder unrealistisch eingeschätzte, sind willkommen. Ideen dürfen aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Querdenken ist erwünscht
    • Die Gruppe sortiert die Ideen inhaltlich. Je nach Aufgabenstellung kann sie auch bereits eine Bewertung vornehmen
    • Der Protokollant notiert alle Ideen und Vorschläge, ohne bestimmte Ideen wegzulassen. Am besten geschieht dies sichtbar für alle an einer Tafel oder einem Flipchart
  • Nachbereitung
    • Die Ideen werden in einem Protokoll zusammen gefasst. Dieses wird an die Teilnehmer und möglicherweise an weitere Experten verteilt
    • Auf Basis des Protokolls können weitere Ideen generiert werden
    • Die erarbeiteten Ideen werden durch eine Jury bewertet
    • Die Ideen, für die sich die Jury entscheidet, werden umgesetzt
  • Die Methode ist nicht unumstritten,
    • da die Äußerung einer Idee die anderen Teilnehmer des Brainstormings beeinflusst. Deshalb wird das Brainstorming manchmal dahingehend verändert, dass die Teilnehmer ihre Ideen aufschreiben
    • Studien zeigen, dass Einzelkämpfer teilweise bessere Ergebnisse erzielen als eine Gruppe. Daher wird zunehmend Brainwriting oder das elektronische Brainstorming verwendet
    • weil sich Selbstdarstellungsrituale der Teilnehmer nur schwer unterbinden lassen
    • der Ideenfluss durch die Redezeit der Anderen gebremst wird

Weitere Informationen finden Sie im ArbeitsRatgeber

Kategorie: Berufsanfänger, Existenzgründer und Selbständige, Arbeitslose, Arbeitnehmer

1 Kommentar zu ' Brainstorming: Neue Ideen generieren'

Kommentare zu 'Brainstorming: Neue Ideen generieren' mit RSSoder TrackBack abonnieren.

  1. René Chelvier kommentierte am 28.02.2008 um 11:52 Uhr

    Hallo Angela,

    vielen Dank für den ausführlichen Artikel und auch für das Review zum Brainstorming. Das reine Brainstorming hat unserer Erfahrung nach noch einen weiteren Nachteil: Es unterstützt die Teilnehmer nicht bei der Ideenproduktion. Es beschreibt lediglich den Umgang mit spontanen Einfällen.

    Bessere Ergebnisse erbringen Methoden, die den Anwendern einen Perspektivwechsel ermöglichen. Perspektivwechsel sind z.B. durch Analogien, Provokationen und Zufälle möglich.

    Leider ist es nicht einfach diese Techniken zu benennen, da jeder sie anders nennt. Einige der Prinzipien haben wir jedoch in unserem Blog “Impulse für Innovation” beschrieben.

    Viele Grüße
    René Chelvier

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