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Dienstag, 20. November 2007

Boreout: Wenn Langeweile und Unterforderung vorherrschen

Nicht nur Stress, Überforderung, Mobbing und Burnout führen zu Unzufriedenheit und zu Krankheit im Beruf, sondern auch das Gegenteil: Langeweile und permanente Unterforderung führen zu Desinteresse, Lustlosigkeit und Ermüdung. Emotioneller Stress ist die Folge. Die Autoren Philippe Rothlin und Peter R. Werder haben für diese Erscheinung den Begriff des Boreout geprägt. Dieses Syndrom ist nicht einfach zu erkennen, da der Betroffene oftmals Verhaltensstrategien entwickelt, um vielbeschäftigt zu wirken und um zu verhindern, mehr Aufgaben übernehmen zu müssen.

Symptome sind:

  • Privates Surfen im Internet, wobei schnell auf dienstliche Objekte, wie Präsentationen, Projektberichte, Firmenhomepage umgeschaltet wird, sobald Kollegen oder der Chef vorbeikommen
  • Vortäuschen langer Arbeitszeiten. Der Betroffene kommt morgens früh und verläßt seinen Arbeitsplatz spät
  • Die Arbeit wird auf längere Zeiträume verteilt, mehrmals unterbrochen und immer wieder verschoben
  • Akten werden mit nach Hause genommen, ohne dort aber bearbeitet zu werden
  • Man läßt sich nicht zu sofortigem Handeln zwingen
  • Gegenüber Kollegen und Vorgesetzten kommuniziert der Betroffene Auslastung und Überlastung
  • Es wird absichtlich Lärm mit den Arbeitsmaterialien gemacht, um zu zeigen, wie vielbeschäftigt man ist

Das eigentliche Problem liegt darin, dass man sich über Unterforderung und Nichtauslastung nicht zu sprechen traut und die Gründe für die Unzufriedenheit nicht thematisiert. Der Arbeitnehmer befürchtet, seinen Job zu verlieren und arbeitslos zu werden. Schließlich ist der Arbeitsplatz offensichtlich einsparbar und der Arbeitnehmer überflüssig. Dabei sind die Betroffenen in der Regel grundsätzlich nicht faul, sondern wurden in der Vergangenheit in ihrer Eigeninitiative und ihrem Engagement “ausgebremst”. Frustration und Dienst nach Vorschrift sind die Folge. Situationen, in denen man befürchtet, wieder blockiert zu werden oder erfahren zu müssen, letztendlich “für den Papierkorb zu arbeiten”, werden vermeiden.

Tipps, Checkliste

  • Suchen Sie sich eine neue Arbeitsstelle, die Ihnen Sinn gibt, Spaß macht und Sie fordert
  • Achten Sie auf einen Ausgleich zwischen Arbeitszeit und Freizeit
  • Geben Sie dem Einkommen nicht die oberste Priorität. Nehmen Sie nicht eine Arbeit an, die zwar gut bezahlt wird, aber Sie nicht wirklich interessiert
  • Überlegen Sie, wie Sie der Situation des Boreout entfliehen können. Alternativen sind: Jobwechsel, Weiterbildung, Teilzeitarbeit, ehrenamtliches Engagement
  • Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef haben, sollten Sie mit ihm sprechen und gemeinsam Lösungen erarbeiten, wie Sie besser gefordert werden können

Weitere Informationen finden Sie im ArbeitsRatgeber

Kategorie: Arbeitnehmer, Existenzgründer und Selbständige

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