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Dienstag, 28. August 2007

Was bringt ein MBA-Studium? Persönlicher Erfahrungsbericht

Nach 16 Jahren Berufsleben beschloss ich, nochmals die Schulbank zu drücken und meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse durch ein Executive MBA-Studium in Business Engineering aufzufrischen. In Business Engineering deshalb, weil mich das Design von Prozessen und vor allem von Veränderungsprozessen die letzten Jahre stark beschäftigt hat. Seinerzeit gab es diesen Studiengang nur an der Universität St. Gallen. Was mir tatsächlich dieses Studium gebracht hat?

  1. In aller erster Linie hat es mir Selbstbewußtsein gegeben. Selbstbewußtsein hinsichtlich der eigenen Kompetenzen und im Vergleich zu anderen Mitstreitern, die auf der Karriereleiter bereits ziemlich weit gekommen waren oder eine bessere Ausbildung haben oder jünger sind oder ….
  2. Durch das Studium habe ich mir einen anderen Blick auf bestimmte Sachverhalte angeeignet. In der Diplomarbeit beschäftigte ich mich insbesondere mit dem Konstruktivismus. Dies hat meine Einstellung und mein Denken nachhaltig beeinflusst.
  3. Die Gruppenarbeiten und Case Studies erforderten es, sich permanent mit neuen Gruppenkonstellationen auseinanderzusetzen und mit der Gruppe Ergebnisse zu erzielen. Ohne es “gelehrt” zu bekommen, eignete man sich ganz nebenbei Soft Skills an. Und es fand sich genügend (Spiel-)raum, um Methoden auszuprobieren, wie man andere führt (nicht nur Kommilitonen, sondern auch Professoren und die Veranstalter), wie man motiviert und kommuniziert, wie man mit Konflikten umgeht u.ä.
  4. Der 4-wöchige Aufenthalt in den USA ließ mich eine mir fremde Welt entdecken. Der “Geist” des Silicon Valley, seine Kommunikationsformen, seine Aufbruchstimmung, sein unternehmerisches Denken wurden anfassbar und verständlich.
  5. Das Netzwerken aufgrund des gemeinsamen Studiums mag sich marketingmäßig gut darstellen. Natürlich kann man sich dem Alumniclub der Uni St. Gallen anschließen. Allerdings musste ich die Erfahrung machen, dass unser Studiengang kaum Interesse daran hat(te), sich regelmäßig zu treffen. Der Alltag zeigte sehr rasch, dass sich sogar gemeinsame Geschäftsideen über Entfernungen hinweg doch nicht umsetzen lassen. Insofern wird nach meiner Auffassung der Aspekt, durch ein MBA-Studium internationale und vielfältige Kontakte aufzubauen,  stark übertrieben.
  6. Und nicht zuletzt: der MBA ist vor allem ein gutes Geschäft für die anbietenden Universitäten und Business Schools. In der Regel vermitteln hier an der Universität unterrichtende Professoren in komprimierter Form den Stoff, den sie üblicherweise ihren Studenten unterrichten.

Fazit: Ob der MBA-Titel tatsächlich die Kosten von mehreren Zehntausend Euro wert ist, wage ich hinsichtlich des erworbenen Fach- und Methodenwissens zu bezweifeln. Andererseits kosten viele anspruchsvolle Seminare, Workshops und Kongresse ebenfalls stolze Summen. Für mich waren die 1 1/2 Jahre aber ein bedeutender Entwicklungsschritt hinsichtlich meiner Persönlichkeit. Meine Ziele, Wertvorstellungen erfuhren neue Ausrichtungen und wichtige Weichenstellungen für meine Zukunft wurden gestellt. Meine Lebensphilosophie konkretisierte sich und letztendlich gab mir dieses Studium den entscheidenden Impuls, mich selbständig zu machen.

Ist der Master of Business Administration (MBA) auch für Sie eine Karriereoption? Wo Sie studieren können, wie man sich bewirbt, das Studium finanziert und welche Verdienstmöglichkeiten bestehen, erfahren Sie z.B. auf MBA-Master.de.

Weitere Informationen im ArbeitsRatgeber

Kategorie: Existenzgründer und Selbständige

12 Kommentarezu ' Was bringt ein MBA-Studium? Persönlicher Erfahrungsbericht'

Kommentare zu 'Was bringt ein MBA-Studium? Persönlicher Erfahrungsbericht' mit RSSoder TrackBack abonnieren.

  1. MBA kommentierte am 19.01.2008 um 17:27 Uhr

    Vielen Dank für deine persönliche Schilderung zum MBA. Ich habe mir lange überlegt, ob ich einen MBA beginnen soll und denke nach wie vor darüber nach. Die Entscheidung ist wirklich nicht ganz einfach und die Verprechungen der Uni’s stimmen oftmals nach meinen Erfahrungen nicht ganz mit den perönlichen Berichten überein. In jedem Falle scheint das MBA Studium einen Schnitt im Berufsleben nach sich zu ziehen und ich glaube, ich werde diesen auch irgendwann wagen :)

  2. Akkreditierung - Seite 5 - Fernstudium-Infos.de kommentierte am 22.05.2008 um 15:22 Uhr

    [...] Wiki-Artikel, spezielle Infos aus dem Handelsblatt MBA-Special sowie zur Abrundung noch ein etwas kritischerer Blog Beitrag sowie ein Spiegel Artikel ?ber die daraus ergebenden M?glichkeiten. Viel Spa? beim lesen [...]

  3. Mba kommentierte am 21.07.2008 um 15:20 Uhr

    Es ist in der Tat fraglich, ob sich die Investition lohnt. Allerdings geht es, wie Du ja auch erfahren hast, nicht nur um den ledlichen Titel, sondern vielmehr darum neben der Wissenserweiterung den eigenen Horizont zu erweitern. Und genau diese Erweiterungen verschaffen einem auf dem Arbeitsmarkt und im Arbeitsleben eben die Vorteile, die den Unterschied zwischen Erolg und Misserfolg ausmachen.

  4. bachelor kommentierte am 11.02.2009 um 19:58 Uhr

    ein wichtiger Punkt, der in der Aufzählung fehlt sind die Kontakte, die man während des Studiums auch in Form der Komilitonen gewinnt… Diese sind oft lange später noch sehr wertvoll im Berufsleben.

  5. Fernstudium kommentierte am 05.07.2010 um 13:54 Uhr

    Also ein MBA wird sich immer mehr lohnen – auch bei den hiesigen Personalchecfs wird sich Bologna irgendwann in den Köpfen durchgesetzt haben…

  6. Fernstudium-Teilnehmer kommentierte am 05.07.2010 um 14:02 Uhr

    Die Frage ist nur, welche Form und welchen Anbieter eines MBA man wählen sollte. Die Preisunterschiede sind meiner Ansicht nach sehr groß und die Gewichtung zwischen Renommé, Akkreditierung und wirklichem Preis-Leistungsverhältnis nicht so einfach zu erkennen.

  7. Fernstudent kommentierte am 17.10.2010 um 02:41 Uhr

    Manchmal findet man ja auch während eines Studiums für sich heraus, was man NICHT will.Das halte ich auch für einen relevanten Punkt. So ging es mir zumindest und da denke ich ähnlich wie du – ich möchte nicht abhängig arbeiten und habe mich schon während des Studiums selbständig gemacht.

  8. Abitur kommentierte am 16.01.2011 um 03:41 Uhr

    “mehreren Zehntausend Euro” heiliger Strohsack, das nenn ich mal ne echte Summe und das für eine Persönlichkeitsentwicklung und weniger für das neu erworbene Fachwissen, wie du sagst. Heftig.

  9. MBA-Studium kommentierte am 25.03.2011 um 16:52 Uhr

    Ein MBA bringt meiner Meinung nach nur dann was wenn ein nicht wirtschaftswissenschaftliches Vorstudium vorliegt, da der MBA ein BWL Ergänzung für Quereinsteiger ist.

  10. MBA Fernstudium kommentierte am 25.03.2011 um 16:54 Uhr

    Gerade im Fernstudienbereich ist mit einem MBA an der Bundesuniversität Hagen gedient, die oben genannte Kostenfall kommt dort nicht zum tragen, da staatlich

  11. Seminare kommentierte am 23.05.2011 um 16:55 Uhr

    Ein MBA-Studium, sollte man im Betreibswirtschaftsbereich arbeiten, macht immer Sinn und ist jedem zu empfehlen. Abgesehen von steigendem Ansehen, Einkommen, etc. sollte das dadurch gewonnene Mehrverständnis auch für mehr Spass sorgen.

  12. t4roam kommentierte am 10.08.2011 um 15:15 Uhr

    Der Wert eines MBA setzt sich meines Erachtens aus drei Komponenten zusammen:
    1) der persönliche Fortschritt, i.S.v. Aufdecken blinder Flecken an der eigenen Person, Austesten der eigenen Führungsfertigkeiten und Kennenlernen anderer Ansichten/Theorien (bspw. der Finanzwelt als Informatiker)
    2) dem Rennomee bzw. die “Marke” der Business School und
    3) dem Netzwerk/Karriere-Service/Alumni einer Business School, was häufig eine direkt aus 2) folgt und die Höhe der Studiengebühren direkt beeinflusst.
    MBA-Aspiranten sollten den Punkt 3) nicht unterschätzen, da dieser nicht nur 1) beeinflusst – gute Schulen ziehen gute Dozenten an – sondern auch das persönliche Weiterkommen.
    Wenn die Business School den angehenden MBAler nicht bei seinem Übergang in das Berufsleben unterstützt, dann ist der MBA eine überflüssige Titelei, welche den Absolventen dazu noch x Jahre älter macht und beruflich (in Deutschland) auf die Position eines Anfängers zurückwirft.
    Wer auf 2) und 3) verzichten kann, wird den Wert seines MBA wohl nur noch nach dem persönlichen Gewinn bewerten können.
    Insofern: AN MBA IS WHAT YOU PAY FOR!

    Es ist zu beobachten, dass einige deutsche staatliche Hochschulen auf dem MBA-Markt mitmischen.
    Deren Angebote sind kritisch zu sehen, wenn ein MBA-Aspirant mehr erwartet außer das Recycling von schon einmal auf Steuerzahlers Kosten angefertigten Lehrmaterialien (“course book recycling”).
    Häufig sind die staatlichen Hochschulen unfähig, ihren Amts-/Behördencharakter zugunsten einer Dienstleistungsauffassung aufzugeben, so dass MBAler nicht nur mit der Bewältigung des Stoffes, sondern auch mit der “Loyalität zum Dienstherren” kämpfen. Folglich verfügen diese Hochschulen auch kaum über relevante Netzwerke, so dass das berufliche Fortkommen sehr von dem eigenen Netzwerk bzw. dem Wohlgefallen des zukünftigen Chefs oder gar eines betreuenden Professors/Dozenten abhängt.

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