Die Kraft des Lobens
Kinder und Jugendliche vermissen es seitens ihrer Eltern und Lehrer, Mitarbeiter seitens ihrer Vorgesetzten, Stars seitens ihres Publikums: Anerkennung, Lob, Beifall. Diesem guten Gefühl kann sich niemand entziehen.
Mürrische Menschen tauen durch ein Lob auf, Konfliktsituationen lassen sich durch Sätze wie “mit niemandem lässt sich so vortrefflich streiten, wie mit Ihnen. Sie fordern mich immer aufs Neue heraus” oder durch einfache Feststellungen wie “mit diesem Kleid bringen Sie die Sonne ins Zimmer”. Und trotzdem fällt es so schwer, Lob auszusprechen. 1&1 berichtet in Arbeitnehmer vermissen von ihren Chefs vor allem Lob über eine Studie zu diesem Thema. Obwohl zwei Drittel aller Befragten ihre Tätigkeit als sinnvoll ansehen, sind nur 50 Prozent mit der Unterstützung durch ihren Chef zufrieden. Und - Hand aufs Herz - wer von uns hat sich noch nicht über fehlende Anerkennung beschwert?
Was für Möglichkeiten aus diesem Dilemma gibt es?
- Machen Sie sich unabhängig vom Lob Dritter. Setzen Sie sich stattdessen selbst Ziele. Sind diese erreicht, klopfen Sie sich auf die Schulter, sprechen Sie sich vor dem Spiegel selbst ein Lob aus und … belohnen Sie sich.
- Loben Sie selbst Andere. Gewöhnen Sie sich an, mindestens einmal pro Tag jemanden zu loben. Das kann Ihr Partner, Ihr Kind, Ihr Vorgesetzter, Ihr Mitarbeiter, Ihr Kollege, Ihr Kunde oder auch die Verkäuferin in der Bäckerei sein. Sie werden erstaunt sein, wie schnell man sich an Sie erinnert, wie Sie Freude schenken können und für gute Stimmung sorgen. Und das Beste daran ist: Sie werden über kurz oder lang selbst gelobt werden. Aber übertreiben Sie es nicht, indem Sie ständig eine Person loben oder aus dem Loben nicht mehr heraus kommen.
- Weisen Sie diskret darauf hin, dass Sie eine Anerkennung erwarten. Fragen Sie nach “wie hat Ihnen die Präsentation gefallen?” oder “die Verhandlung ist doch gut gelaufen, oder was meinen Sie?”
Auch wenn es anfangs schwer fällt, probieren Sie diese Tricks aus. Nehmen Sie das tägliche Lob wie das Zähneputzen in Ihren Alltag - beruflich und privat - auf. Lernen Sie, Anerkennung als Kommunikations- und Motivationsmittel gezielt einzusetzen.
Kategorie: Berufsanfänger, Existenzgründer und Selbständige, Arbeitslose, Arbeitnehmer
… oder machen Sie sich selbständig! Ich berate ja Existenzgründer, und die Geschichten, die ich über krank machende Berufssituationen höre, sind wirklich häufig deprimierend. Und wenn man dann 50 ist, findet sich meist ein Grund, den älter werdenden Kollegen ganz los zu werden…
Was für ein Land, was für eine Zeit! Ich weiß, Selbständigkeit bedeutet oft genug, finanzielle Einbußen hinzunehmen, grenzt oft genug an Selbstausbeutung. Aber ich sehe auch, wie die Leute aufblühen, neue Energie entwickeln, wieder lachen können und an sich glauben!
Vielleicht sollte man lieber in den Arbeitskampf gehen und sich nicht mehr alles gefallen lassen - aber darauf warten???