Referenzen statt Zeugnisse?
Die heutige Bewerbungspraxis wird offenbar erweitert um das Thema Referenzen. Was in den Staaten und in England längst gängige Praxis ist, erfasst nun auch Deutschland. Focus und Jo’s Jobwelt haben es aufgegriffen und in den vergangenen Tagen darüber berichtet. Was gilt es dabei zu bedenken und zu berücksichtigen?
- Referenzen können Sie in schriftlicher Form wie Zeugnisse einer Bewerbung beilegen oder Sie führen in Ihrem Anschreiben Namen von Personen auf, die kontaktiert werden können, um Informationen über Sie zu erteilen.
- Als Referenz eignen sich (Ex-)Vorgesetzte, (Ex-)Kollegen, Professoren oder Ausbildungsleiter, Mentoren, Geschäftspartner, Auftraggeber oder auch Personen in leitender Funktion, mit denen Sie ehrenamtlich zusammen arbeiten. Nicht eignen sich dagegen Verwandte, Freunde, Sportskollegen.
- Fragen Sie explizit die Personen, die Sie als Referenz angeben wollen, ob Sie damit einverstanden sind. Nennen Sie diesen die Daten, wo Sie sie als Referenz aufgeführt haben. Informieren Sie über den Hintergrund und geben Sie ihnen die Erlaubnis, aus Ihrer Zusammenarbeit zu berichten. Bedanken Sie sich für die Bereitschaft, sie als Referenz nennen zu dürfen.
- Seien auch Sie selbst bereit, als Referenz genannt zu werden und möglicherweise ein Referenzschreiben zu liefern. Dieses sollte unbedingt in “Ich-Form” erstellt sein. Berichten Sie über die Art der Zusammenarbeit und über ihre Eindrücke. Hierbei ähnelt es Arbeitszeugnissen, allerdings bedient sich dieses nicht der üblichen Zeugnisfloskeln. Es darf persönlicher sein.
- Werden Sie als Referenz zu einer Stellungnahme gebeten, achten Sie darauf, dass Sie die Regelungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) nicht verletzen.
Es wird sich in Zukunft zeigen, inwieweit sich Referenzen in Deutschland bei normalen Bewerbungen durchsetzen. Im Rahmen der Internationalisierung von Unternehmen wird ihre Bedeutung sicherlich zunehmen. Ob sie die bisherigen Arbeitszeugnisse ersetzen, bleibt abzuwarten. Wünschenswert ist allerdings, dass die Formulierungen in Referenzschreiben nicht ebenso wie in Zeugnissen gerichtlich vorgeschrieben werden und daraus dann ein ebensolcher Geheimcode resultiert.
Kategorie: Berufsanfänger, Arbeitnehmer
Das finde ich sehr gut und sollte in Deutschland auch so durchgesetzt werden. Allerdings würde ich die Zeugnisse durch die Referenzen nicht vollständig ersetzen. Aber ich würde den Referenzen mehr Beachtung schenken als den Zeugnissen, denn hier spricht die praktische Erfahrung eines Bewerbers. Sehr schöner Artikel!