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Dienstag, 24. Juli 2007

Das perfekte Bewerbungsfoto – Kasse machen mit Bewerbungen

Wann hört dieser Unsinn endlich auf? Immer wieder preisen die Medien an, dass man sich bloß richtig bewerben müsse, und schon bekommt man den Traumjob. Focus hat mit Das perfekte Bewerbungsfoto gleich eine ganze Serie an “Tipps” herausgegeben. Natürlich werden diverse “Berater” zitiert, die die Fotos bewerten.

Eigentlich wurde mit dem AGG (Allgemeines Gleichstellungsgesetz) versucht, z.B. die Notwendigkeit von Fotos bei Bewerbungen auszuschalten. Und nun macht offenbar die Bewerbungsindustrie mit Hilfe der Presse Druck, genau dies zu umgehen. Nach wie vor glaube ich, dass es nicht in erster Linie auf ein perfektes äusseres Erscheinungsbild bei der Bewerbung ankommt, sondern darum, dass der Bewerber möglichst optimal auf die ausgeschriebene Stelle passt. Schließlich kostet jede Neueinstellung der Firma erstmal Geld, das später durch den Mitarbeiter wieder herein kommen muss. Kostspielige “Testreihen” bei Einstellungen vermeidet jedes vernünftige Unternehmen. Kein Unternehmen ist an einer hohen Mitarbeiterfluktuation interessiert. Das bedeutet immer Produktivitätsverlust,  Zeitaufwand, Bindung erfahrener Kräfte für Bewerbungssuche und -einarbeitung und vor allem Kosten, Kosten, Kosten.

Allzu gerne wüsste ich, ob eine seriöse Studie jemals die Auswirkung von Fotos auf die Bewerbung gemessen hat. Wieviel einfacher war früher die Welt: Man ist bei dem potentiellen Arbeitgeber mit seinen Unterlagen, im wesentlichen Lebenslauf und Zeugnisse, “hereingeschneit” und hat sich vorgestellt. Heute gaukeln einem Bewerbungsberater, Fotografen, Trainer und Seminaranbieter vor, sie könnten die 100-prozentige Bewerbung liefern. Alles nur eine Frage des Geldes! Und die Presse lässt sich vor diesen Karren spannen, die jungen Menschen nach ihrem Schul- oder Uniabschluß zu verunsichern. Warum sollte nicht nach wie vor eine Bewerbung, die

  • übersichtlich
  • ohne Rechtschreibfehler
  • einfach gehalten, aber vollständig
  • mit einem guten Foto aus dem Automaten oder der eigenen Kamera (wenn überhaupt)

bei den richtigen Qualifikationen, dem Feuer in den Augen für den Job und die Aufgabe genügen, um diesen zu erhalten? Einsatzbereitschaft, Disziplin, Bescheidenheit, Verantwortungsbewußtsein und Freude an der Arbeit sind für mich als Arbeitgeber weitaus bedeutender als das schönste Foto.

Kategorie: Arbeitnehmer, Berufsanfänger

3 Kommentarezu ' Das perfekte Bewerbungsfoto – Kasse machen mit Bewerbungen'

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  1. Thomas Schwarzer kommentierte am 31.07.2007 um 23:27 Uhr

    Es wäre wirklich viel einfacher für jeden Bewerber, wenn man es mit der Bewerbung so simpel halten könnte. Aber leider sieht die “Realität” inzwischen anders aus. Die Welt verändert sich, die Menschen ändern sich und damit auch die Art, sich zu bewerben. Der erste Eindruck ist entscheidend. Aus vielen praktischen Erfahrungen kann ich Ihnen das nur bestätigen. Bestätigen kann ich Ihnen allerdings auch, dass es wichtiger ist, dass der Bewerber für die angebotene Stelle auch qualifiziert ist. Die Qualifizierung beginnt aber bereits mit der Bewerbung.

    Stellen Sie sich einfach mal folgendes vor:
    Ein Personaler erhält täglich sehr viele Bewerbungen. Er ist dafür eingestellt, dass er die Bewerbungen selektiert (nach gut, mittelgut und schlecht) und die Favoriten herausselektiert. Er braucht dafür ein geschultes Auge. Denn auf dem Foto kann man bereits die Einstellung des Bewerbers erkennen und an der gesamten Bewerbung, ob es der Bewerber auch wirklich ernst nimmt. Ob der Bewerber ein “Blender” ist, dass wird der Personaler schon beim Vorstellungsgespräch herausfinden.

    Klar bin ich auch Ihrer Meinung, dass es das “Wichtigste” ist, dass der Bewerber die erforderlichen Qualifikationen erfüllen kann. Jedoch muss er es heute mit seiner Bewerbung erst einmal bis zum Vorstellungsgespräch schaffen. Und das ist ein schwieriger Weg.

  2. Matthias kommentierte am 09.08.2007 um 10:57 Uhr

    Das geht auch heute noch anders. Ich habe erst letzte Woche wieder von einem Personaler zu hören bekommen, dass eine klare einfache Bewerbung ohne jeden Schnick-Schnack besser ankommt als eine Bewerbung die von einer Agentur erstellt zu sein scheint. Gerade dieses perfekte stößt einige Personaler direkt ab.

    Am Ende kommt es immer auf den Inhalt an. (Selbstverständlcih zählt der erste Eindruck, deshalb muss die Bewerbung natürlich anständig aussehen.) Wenn der Inhalt überzeugt ist die größte Hürde auch schon geschafft.

  3. Tom kommentierte am 15.02.2008 um 13:05 Uhr

    ja ihr habt recht der erste eindruck zählt, deswegen versucht es mal mit einer video-bewerbung, denn da sieht der personalleiter oder sonstiges : euer gesicht, eure mimik, eure redensweise und eure aussprache ob klar und deutlich oder verklemmt und zurückhaltend !!!! ich habe auch den tip bekommen für eine video-bewerbung und eine woche später habe ich den arbeitsplatz inner tasche !!!!

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