Lohngefälle zwischen West- und Ostdeutschland
Ungleichbezahlung: Bis zu 41 Prozent Lohngefälle zwischen Ost und West ; Spiegel Online
Ost-Löhne: Eklatante Lohnschere ; Die Zeit
Was die meisten längst wissen, oder wenigstens vermutet haben, belegt nun eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung: Im Westen Deutschlands wird deutlich mehr verdient als im Osten. An der Studie beteiligt haben sich rund 70.000 Beschäftigte aus ganz Deutschland.Die Gründe dafür sind v.a. in dem weitaus schlechteren Arbeitsmarkt im Osten zu suchen. Nach wie vor gibt es dort etwa doppelt so viele Arbeitslose wie im Westen. Das beeinflusst natürlich auch die Möglichkeiten von Einkommensverhandlungen und Gehaltserhöhungen. Hinzu kommt, dass die Gewerkschaften historisch bedingt weitaus weniger stark im Osten vertreten sind. Nach wie vor sind die größten Unternehmen vor allem im Westen vertreten.
Natürlich verursacht diese Studie einen gewissen Aufschrei ob dieser Ungerechtigkeit, v.a. bei den Gewerkschaften. Ich sehe aber darin einen gewissen Vorteil für Ostdeutschland, aus ihrer wirtschaftlichen Schwäche herauszukommen. Gerade billige Arbeitskräfte und damit niedrige Arbeitskosten werden als Hauptgründe für das Auslagern von Produktionsstätten und für das Outsourcen von Abteilungen genannt. Hinzu kommt, dass durch das geringere Einkommen auch die Preise für Immobilien und für den normalen Lebensbedarf niedriger sind als im Westen. Alles Faktoren, die den Osten attraktiv machen für die Zukunft.
Wenn nun noch staatliche Fördermaßnahmen erfolgen würden, um den Ausbildungsstand der Bevölkerung in Ostdeutschland zu verbessern und gleichzeitig die Bedingungen für Unternehmensansiedlungen und Neugründungen attraktiv gestaltet werden, dann …
Ja dann würde nichts dagegen stehen, dass Deutschland den Osten, der heute Asien bedeutet, quasi direkt vor der Haustüre finden würde. Die Erstellung von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen müssten dann nicht mehr in Russland oder China stattfinden. Von den Vorteilen weitaus geringerer Entfernungen, der gleichen Sprache und Kultur ganz zu schweigen.
Ich hoffe sehr, dass der Staat und die Gewerkschaften diese Chance in gleichem Maße erkennen und nicht durch gesetzliche Regelungen kontraproduktiv in die Marktmechanismen eingreifen. Erst ein gesunder Aufbau innovativer Unternehmen schafft die Anhebung der Einkommen und beendet damit letztendlich auch die heute stattfindende Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte in den Westen.
Weitere Informationen zum Einkommen im ArbeitsRatgeber
Kategorie: Arbeitslose, Arbeitnehmer