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Montag, 4. Juni 2007

Digitale Bewerbungsformen: Erfolgversprechend oder skurril?

Digitale Bewerbungsformen V: Selbstmarketing durch Homevideos - Digitale Bewerbungsformen - Bewerbung - Jobs - FOCUS Online

Die Bewerbungsmittel werden immer vielfältiger: Hat vor einigen Jahren manchmal sogar noch eine handgeschriebene Bewerbung mit Lebenslauf und den wichtigsten Zeugnissen ausgereicht, gibt es mittlerweile digitale Bewerbungsmappen, Bewerbungshomepages und seit neuestem Homevideos dazu. Während es früher genügte, die Bewerbung selbst oder mit einem Freund oder den Eltern zu erstellen, bietet sich heute eine ganze Dienstleistungsbranche an, die nach eigenem Bekunden dabei “hilft”, den gesuchten Traumjob zu ergattern. Doch was steckt tatsächlich dahinter und wie sind die Erfolgschancen einzuschätzen?

Eine sehr interessante Artikelserie gibt momentan FOCUS Online heraus: Sie beschäftigt sich mit den verschiedenen digitalen Bewerbungsformen. So sind bereits die Artikel “Bewerben per E-Mail”, “Das Online-Formular”, ” Profile für Jobbörsen erstellen”, “Die Homepage als Visitenkarte” und “Selbstmarketing durch Homevideos” erschienen. Sie stellen diese Möglichkeiten dar und weisen auf die Vor- und Nachteile hin. Leider vermisse ich die Darstellung über die dabei entstehenden Kosten und den dahinterstehenden Aufwand.

Die Hauptfrage für mich ist allerdings, wie die Adressaten dieser Bewerbungen auf die verschiedenen Bewerbungsformen ansprechen. Das dürfte auch der entscheidende Aspekt sein. Denn sie, in der Regel Personalabteilungen bzw. Human Resource Manager, sorgen dafür, ob der Bewerber nach dem Sichten der Bewerbungen aussortiert wird oder in die nächste Runde, zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird.

Bei Hunderten von Bewerbungen für eine Position wird in der Regel eine erste Entscheidung nach dem Kriterium “wer passt auf keinen Fall?” gefällt. Und dies hat schnell zu geschehen. Schlampige Bewerbungen wandern sofort auf den Stoß mit den Ablehnungen und ob dabei noch Zeit ist, sich ein Video anzusehen, möchte ich bezweifeln.

Die nächsten Kriterien, um den Stoß der Bewerbungen so zu reduzieren, dass eine überschaubare Anzahl von Kandidaten übrig bleibt, können durchaus individuell ausfallen. Trotz vieler Bewerbungsbücher und Coaches, die zu definieren versuchen, was richtig ist und was falsch, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Empfehlungen nicht immer zutreffen müssen, solange Grundsätzliches, wie die Vermeidung von Rechtschreibfehlern, das Eingehen auf die ausgeschriebene Stelle und die Struktur Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse eingehalten wird. Während der eine Personalmanager glaubt, aus den Hobbies die notwendigen Kriterien herauslesen zu können, sind es beim Nächsten ein geradliniger Lebenslauf und bei dem Übernächsten ein Überraschungseffekt in der Bewerbung. Dementsprechend kann das erste eingereichte Bewerbungsvideo zu der notwendigen Beachtung führen und damit genügend Neugier hervorrufen, sich dieses anzuschauen.

Bei allen Bewerbungsformen, die versuchen, Aufmerksamkeit zu erwecken durch Einmaligkeit, tritt sehr schnell der Nachahmungseffekt ein. Andere Bewerber erfahren durch Bücher, durch Bewerbungscoaches und durch die Presse von diesen tollen Ideen und versuchen, ebenfalls damit erfolgreich zu sein. Spätestens ab der zehnten Bewerbung in dieser Form ruft das bestenfalls noch ein müdes Lächeln hervor und im schlechtesten Fall das sofortige Aussortieren. Ob das die Kosten für ein Video gerechtfertigt, wage ich zu bezweifeln.

Die erfolgversprechendste Methode ist meines Erachtens immer noch die, sich von jemandem empfehlen zu lassen, also über persönliche Kontakte. Und dann reicht in der Regel eine altbewährte Bewerbung mit Lebenslauf. Setzen Sie sich doch einmal in die Lage eines Personalers, wenn Sie aus einem Stapel von 200, manchmal sogar 400-500 Bewerbungen die richtige auswählen sollen.

Mehr zum Thema Bewerbung erfahren Sie im ArbeitsRatgeber

Kategorie: Arbeitnehmer

2 Kommentarezu ' Digitale Bewerbungsformen: Erfolgversprechend oder skurril?'

Kommentare zu 'Digitale Bewerbungsformen: Erfolgversprechend oder skurril?' mit RSSoder TrackBack abonnieren.

  1. […] beschäftigt sich FOCUS Online mit Bewerbungen. Dazu habe ich bereits am 4. Juni den Beitrag Digitale Bewerbungsformen: erfolgversprechend oder skuril? geschrieben. Mit dem Artikel Bewerbungsmappen: Personaler verraten ihre Vorlieben begibt sich Focus […]

  2. Gabriele kommentierte am 15.02.2008 um 13:13 Uhr

    Also ich tendiere eher zu den video-bzw. online-bewerbungen, habe selber auch gute erfahrungen damit gemacht !!!

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