Die Gewerkschaften prognostizieren Rückgang der Arbeitslosen auf 3,8 Millionen
Wer hätte das gedacht? Seit einigen Monaten geht die Zahl der Arbeitslosen konstant zurück. Heute wurde im Radio gemeldet, dass sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr um sagenhafte 20 Prozent reduziert hat. Die Regierung und die Bundesagentur für Arbeit feiern sich, dass ihre Maßnahmen und deren Umsetzung greifen. Nicht mal aus den Gewerkschaften, die noch vor einem Jahr regelmäßig zur Montagsdemonstration gegenüber Hartz IV aufgerufen haben, hört man negative oder kritische Kommentare. Vielmehr äußern sie die euphorische Prognose, bald nur noch 3,8 Millionen zu haben.Wo sind sie geblieben, all die Arbeitslosen? Sicher, die Wirtschaft boomt, sogar die Mehrwertsteuererhöhung kann den privaten Kaufrausch nicht stoppen. Weiterhin ist Deutschland Exportweltmeister.
Aber lügen wir uns nicht doch in die Tasche? Sind die Zweifel ob der Zahlenerhebung der Bundesagentur für Arbeit plötzlich verschwunden? Wer wird denn nun tatsächlich erfasst? Auch all die Ex-Mitarbeiter, die 2006 mit einer Abfindung in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wurden? Auch Arbeitssuchende, die in Weiterbildungsmaßnahmen stecken oder bei Serviceagenturen zwischengeparkt sind? Auch die Hartz-IV-Empfänger, die sich als Erntehelfer als unbrauchbar erwiesen haben? Auch die Frauen und manchmal auch Männer, die Elternzeit nehmen? Auch die Selbständigen, die mit ihrem Einkommen nur ein Existenzminimum erzielen?
Gerne würde ich in den Lobgesang des neuen Wirtschaftswunders Deutschland miteinstimmen, allein mir fehlt der Glaube. Selbsttäuschung kann gefährlich sein und führt dazu, die Hände in den Schoß zu legen, anstatt innovativ zu sein. Und diesbezüglich und in der Umsetzungsmöglichkeit und -fähigkeit gibt es in Deutschland noch jede Menge Nachholbedarf.
Oder erliege ich einer Falscheinschätzung?
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Dazu passend:
Arbeitslosenstatistik: Bundesagentur räumt Fehler ein; Focus Online, 31.05.2007
